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Sexualpädagogisches Projekt für weiterführende Schulen zur Prävention gegen sexuelle Gewalt

Das Projekt besteht aus 3 Einheiten.

 

1. Elternabend und Informationen für Lehrer*innen (ca.90 Minuten)

Themen:

  • Definition von sexueller Gewalt / was sind und wo beginnen sexuelle Übergriffe?
  • Opfer von sexueller Gewalt
  • Strategien der Täter*innen
  • Dynamik zwischen Täter*in, Opfer und Familie
  • Mögliche Signale
  • Interventionsmaßnahmen und Präventionsmaßnahmen für Eltern und Pädagog*innen
  • Wie und wo tritt sexuelle Gewalt und Übergriffe in den Neuen Medien auf (Cybergrooming, Cybermobbing, Sexting)
  • Was hilft Kindern und Jugendlichen nach einem Übergriff?
  • Informationen über sexualpädagogisches Arbeiten und unsere Workshops

 

2. Workshops in den Schulklassen

Das Team (i.d.R. 2 Mitarbeiter*innen) arbeitet mit der Schulklasse an einem Vormittag (vier Schulstunden) zusammen. In den ersten zwei Stunden stehen Beziehungen, Sexualität und Verhütung im Mittelpunkt. Bei den darauf folgenden zwei Stunden geht es um das Thema sexueller Missbrauch.

 

2.1 Fragen zur Sexualität

Die Schüler*innen haben einige Tage vor Beginn des Projektes anonym Fragen aufgeschrieben, die wir mit ihnen gemeinsam beantworten. Wichtig ist uns, mit den Kindern bzw. Jugendlichen eine gemeinsame Sprache über Sexualität, Freundschaft und Liebe zu finden, damit wir uns im nächsten Schritt über sexuelle Übergriffe und Gewalt auseinandersetzen können.

 

2.2. Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen

Folgende Fragestellungen werden erarbeitet:

  • Was wissen die Kinder von sexueller Gewalt?
  • Was passiert bei sexuellen Übergriffen auf der Handlungsebene?
  • Was passiert bei sexuellen Übergriffen auf der Gefühlsebene?
  • Wie verhalten sich Täter*innen, wie verhält sich die/der Betroffene?
  • Mithilfe eines Rollenspiels wird der Vertrauens- und Machtmissbrauch in einer Alltagssituation verdeutlicht und mit der Klasse auf der Handlungsebene (Wie hat die Täter*in versucht seine/ihre Interessen durchzusetzen? Wie hat sich das Mädchen verhalten? Wie hat sich die Mutter/Vater verhalten?) und auf der Gefühlsebene (Wie hat sich das Mädchen gefühlt? Wie hat sich die Mutter/Vater gefühlt?) differenziert reflektiert. Abschließend werden Lösungsstrategien erarbeitet, die einen positiven Ausgang des Rollenspiels ermöglichen.

 

Weitere Themen:

  • Gründe, die verhindern, dass über die erlebte sexuelle Gewalt gesprochen wird
  • Gefühle der Schuld, der Verantwortung, der Scham bei sexuell ausgenutzten Kindern
  • Beziehung zwischen Täter*in und Betroffene (Bindung, Loyalität, Geheimhaltung durch Bedrohung)
  • „Angenehme“ und „unangenehme“ Berührungen
  • „Nein" sagen ist erlaubt, wenn ein Kind das nicht schafft ist es trotzdem nie die Schuld des Kindes. Kinder haben dabei nie Schuld!

 

3. Rückbesuch in der Beratungsstelle der AWO

In der letzten Einheit - ca. 1 bis 2 Wochen später - kommen die Schüler*innen in die Beratungsstelle der AWO.

Vorrangiges Ziel ist der Abbau von Schwellenängsten. Während des Besuchs werden noch offenstehende Fragen beantwortet. Die Arbeitsweise der Beratungsstelle wird vorgestellt (Anonymität, Schweigepflicht, kostenfrei) und mit Hilfe eines Films werden die besonderen Gefahren im Internet veranschaulicht und kleinschrittig besprochen.

 

Zielgruppe

Dieses Projekt ist für die Altersstufe des 7. Jahrgangs konzipiert.

 

Finanzierung

Für das Schulprojekt, bestehend aus einem Elternabend, dem Schulprojekt (4 Schulstunden) und dem ca. 1-stündigen Rückbesuch in der Beratungsstelle, entstehen Kosten in Höhe von € 300,- je Schulklasse. Da derzeit keine Mittel zur Fremdfinanzierung zur Verfügung stehen, müssen die Kosten von den Schulen / Fördervereinen / Eltern eigenfinanziert werden.

 

Im Rahmen der neuen Kooperation zum Schutz vor sexueller Gewalt können Schulen, die sich ganzheitlich konzeptionell beraten lassen wollen, eine finanzielle Unterstützung für die Präventionsworkshops bekommen. Für weitere Informationen klicken sie auf „Kooperation zum Schutz vor sexueller Gewalt in Mülheim“